Boy from Mars : auf der Jagd nach der Wahrheit

Linker, Christian, 2023
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Medienart Buch
ISBN 978-3-423-76468-1
Verfasser Linker, Christian Wikipedia
Systematik JE - Erzählungen
Verlag dtv
Ort München
Jahr 2023
Umfang 287 Seiten
Altersbeschränkung keine
Sprache deutsch
Verfasserangabe Christian Linker
Annotation Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html);
Autor: Cornelia Stahl;
Wunderwaffen gegen die Klimakrise. (ab 13) (JE)
Als der Großvater stirbt, verwandelt sich dieser in einen Diamanten, den Jonto in einem Kästchen aufbewahrt. Bald darauf soll er den Mars verlassen und wieder zurückkehren zur Erde. Dort wohnt seine Mutter, doch Vorfreude stellt sich bei ihm irgendwie nicht ein. Denn die Erde kennt er nur aus Geschichten. Seine Mutter hat er seit zwölf Jahren nicht gesehen. Mit ihr telefoniert er mittels Hologramm, was im Roman sehr authentisch beschrieben wird. Auf seiner Reise führt er das geheimnisvolle Tagebuch des Großvaters mit sich, der eine Wunderwaffe gegen die Klimazerstörung erfunden hat. Doch Jonto trifft auf Gegner, die ebenfalls Interesse an der Erfindung seines Großvaters haben.
Der Roman ist reich an Fantasyelementen. Dystopisch klingen die tagebuchähnlichen Notizen: »Nur ein halbes Jahr nachdem die erste Welle der Marssiedler abgeflogen ist, hat ein neuer Klimakrieg begonnen«, S. 105. Detailreiche Schilderungen von Gewaltszenen (S. 81/82) mindern die Qualität des Buches, das daher nur eingeschränkt zu empfehlen ist.

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Quelle: STUBE (http://www.stube.at/);
Phantastik-Buch des Monats November 2023
"Ich hatte mein Leben lang gedacht, dass Geld auf dem Mars gar keine Rolle spielt. Anders als auf der Erde, wo man angeblich sogar für Essen und Kleidung bezahlen muss, brauchte ich auf dem Mars niemals Geld für irgendetwas. Und jetzt das."
Das ist die für Ich-Erzähler Jonto überraschende Ausweisung vom Mars nach dem Tod seines Großvaters Ben. Da dieser ihm kein nennenswertes Erbe hinterlassen hat, muss der Junge zu seiner Mutter Nelli ziehen, die er bisher nur als Hologramm kennt. Sie lebt knapp 55.000.000 km entfernt auf einem durch klimatische Umwälzungen und Kriege verheerten, nur noch schwach bevölkerten Planeten: der Erde.
Zur Zeit der Handlung, im Jahr 2099, befindet sich unsere Welt in einem postapokalyptischen Zustand: Weite Teile des Planeten sind überflutet, Wälder und Gletscher gibt es nicht mehr. Zwischen Meer und Steppe versuchen die Überlebenden, die Natur wieder zur Verbündeten des menschlichen Lebens zu machen und einerseits die Nahrungsversorgung, andererseits die Rückkehr der Pflanzen zu sichern. All das interessiert Jonto allerdings nicht, er will nur eines: nach Hause auf den Mars.
Dorthin, glaubt Jonto, darf er aber erst wieder, wenn er sich finanziell selbst versorgen kann und das kann nur durch den Verkauf des Future Boost gelingen, einer geheimen Wunderwaffe gegen den Klimawandel, die Ben erfunden haben will. Warum er sie nie eingesetzt oder zumindest verkauft hat, bleibt zunächst ebenso ein Rätsel wie das Versteck des Geräts. Allein kann Jonto die Tagebucheinträge seines Großvaters nicht entziffern, und seine Mutter ist zunächst keine Hilfe sie will mit diesem vermeintlichen Hirngespinst ihres Vaters nichts zu tun haben. Ihre Sorgen gelten dem Wiederaufbau des Planeten und der Schulbildung ihres Sohnes. Dass dieser sich schließlich mit einer kleinkriminellen Jugendbande einlässt, die in versunkenen Stadtteilen nach Schätzen taucht und gegen angemessene Beteiligung bei der Suche nach der Wunderwaffe helfen will, ist Nelli zunächst gar nicht recht. Im Lauf der Geschichte wird auch sie immer mehr in die Geschichte des Future Boost verwickelt und steht der Gruppe mit Rat und Tat zur Seite. Beides können die Jugendlichen gut brauchen: Bens Erfindung war nämlich nicht so geheim, wie er dachte und Jonto und seine neuen Freund*innen sind nicht die einzigen, die daraus Profit schlagen wollen
Die Leute auf der Erde verstehen einfach nicht, dass man seinen Planeten gut behandeln muss so fasst der Großvater das Dilemma zusammen. In Christian Linkers Future Fiction haben die Menschen es bis zuletzt nicht begriffen. Milliarden haben dafür den höchsten Preis bezahlt und ihr Leben verloren. Fruchtbares Land, Trinkwasser, Technologie alles ist knapp. Kulturschätze liegen unter Wasser, Sand oder Ruinen begraben, auf dem Schwarzmarkt wird mit Fleisch gehandelt, das nicht, wie die meisten Lebensmittel, aus dem Automaten kommt. Die Kolonisation des Mars scheint angesichts der katastrophalen, menschengemachten Bedingungen auf der Erde die einzige Rettung zu sein und bleibt doch ein Luxusprojekt, das sich lediglich die Reichen leisten können. Was Ben dafür opfern musste, für sich und seine Tochter einen Platz in der neuen Welt zu sichern, wird erst nach und nach aufgedeckt. Perfekt ist auch die Situation auf dem Mars nicht, die Gier der Menschen endete nicht mit einem zerstörten Planeten sie frisst sich weiter durch die Zivilisation. Linkers Vision der Erde ist nicht zuletzt deswegen beängstigend realistisch. Dass beim Lesen trotzdem Vergnügen und sogar ein bisschen Hoffnung aufkommt, hat mehrere Gründe:
1) Gülcans Crew: Vier durch die Lebensumstände abgehärtete Teenager, die glaubhaft von Jontos Erpressern zu seinen besten Freund*innen werden. Jede*r bringt eigene Talente mit, die ohne falsche
Bescheidenheit genutzt werden. Diese Generation hat sich von Scham und gesellschaftlichen Erwartungshaltungen gelöst, und zurecht nichts, was sie noch tun, kann der Welt mehr schaden als das, was die Generationen vor ihnen verbrochen haben.
2) Vorteil der Postapokalpyse: Die Katastrophe ist schon da. Schlimmer wird es nicht mehr. Jonto betritt eine erschreckende Welt, die sich jeden Tag ein Stück zum Besseren wandelt. Linkers Charaktere sind angenehm frei von Selbstmitleid und Selbstvorwürfen.
3) Science Fiction: Humanoide Roboter, Kontaktlinsen, die Computer hacken können, Basketball im schwerelosen Raum die Zukunft bietet einfach coole Gadgets, allen voran natürlich der Future Boost, von dem bis zum finalen Showdown niemand weiß, wie er aussieht und ob er überhaupt funktionieren kann. Linker setzt hypermoderne Technologie mit Bedacht ein, was den Roman seriös wirken lässt. Die größten Probleme werden nicht mittels Künstlicher, sondern menschlicher Intelligenz gelöst und mit Freundschaft.
*STUBE Simone Weiss*
Seitenweise 2023
2099: Nach dem Tod seines Großvaters Ben muss Jonto zu seiner Mutter ziehen auf die Erde! Noch auf dem Weg dorthin plant er seine Rückkehr zum Mars; das dafür notwendige Geld will er durch den Verkauf von Bens geheimer Erfindung auftreiben, die mutmaßlich in dessen alter Heimat in Deutschland versteckt ist. Die Suche auf dem von der Klimaapokalypse gezeichneten Planeten erweist sich als deutlich schwieriger, als erwartet: große Gebiete liegen unter Wasser, es gibt kaum Individualverkehr. Jonto braucht Hilfe, doch kann er den Erdbewohner*innen trauen? Eine rasant erzählte, spannungsgeladene Mischung aus futuristischen Technikgadgets, zeitlosen Identitätsproblemen und einer beklemmend realistisch wirkenden Vision der Erde in naher Zukunft.
*STUBE*
2099: Nach dem Tod seines Großvaters Ben muss Jonto zu seiner Mutter ziehen auf die Erde! Noch auf dem Weg plant er seine Rückkehr zum Mars, das dafür nötige Geld soll der Verkauf von Bens geheimer Erfindung bringen, die mutmaßlich in dessen alter Heimat in Deutschland versteckt ist. Die Suche auf dem von der Klimaapokalypse gezeichneten Planeten erweist sich als schwierig: Stadt- und Landesgrenzen sind verschoben, große Gebiete liegen unter Wasser, es gibt kaum Individualverkehr. Jonto braucht Hilfe, doch kann er den Erdbewohner:innen trauen?
Linke gelingt eine ausgewogene Mischung aus futuristischen Technikgadgets, zeitlosen Identitätsproblemen und einer beklemmend realistisch wir 5f7 kenden Vision der Erde in naher Zukunft.
*STUBE Simone Weiss*

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